Wichtige Begriffe der Fotografie einfach erklärt
Wer mit der Fotografie beginnt, stößt schnell auf viele Fachbegriffe, die ihm zunächst fremd sind. Begriffe wie Autofokus, ISO, Blende oder Histogramm tauchen in fast jeder Anleitung auf.
Auf dieser Seite erkläre ich dir die wichtigsten Fotografie-Begriffe einfach und verständlich. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie Kamera und Objektiv zusammenarbeiten.
Autofokus | Belichtungszeit | Bildstabilisator | Blende | Brennweite | Histogramm | ISO | Lichtstärke | Sensorflecken | Tiefenschärfe | Tonwert
Autofokus
Der Autofokus der Kamera sorgt dafür, dass dein Motiv scharf abgebildet wird. Auch wenn viele Fotografen das anders sehen, ist meine Erfahrung, dass der Autofokus mir überlegen ist. Meist sind meine Fotos schärfer als beim manuellen Scharfstellen. Die Einstellungen deiner Kamera erlauben in der Regel auch die Anpassung des Autofokus. Beispielsweise durch Tippen auf das Touchdisplay. Der Autofokus ist dann nicht in der Mitte, sondern oben rechts.
Der sogenannte AF.C-Modus sorgt dafür, dass die Kamera versucht, das sich bewegende Motiv scharfzustellen und der Bewegung automatisch folgt. Kameras haben unterschiedlich viele Autofokus-Messfelder.
Obwohl meine Kamera über mehrere Messfelder verfügt und ich den Autofokus verschieben kann, nutze ich diese Funktion meist nicht. Ich fokussiere zunächst auf das Motiv, halte den Auslöser gedrückt und schwenke dann zum eigentlichen Bildausschnitt. Bei sich bewegenden Motiven nutze ich den AF-C-Modus.
Belichtungszeit
Die Belichtungszeit gibt an, wie lange das Licht auf den Sensor deiner Kamera fällt. Je kürzer diese Zeitspanne ist, desto besser lassen sich Bewegungen einfrieren. Sie wird in Teilen von Sekunden gemessen, beispielsweise 1/30 s, 1/60 s oder 1/250 s. Da eine gute Belichtung des Fotos wichtig ist, muss es bei einer kurzen Belichtungszeit heller sein. Erschwerend kommt hinzu, dass dabei auch die ISO-Werte und die Blende eine Rolle spielen.
Bildstabilisator
Wie der Name sagt, wird das Bild stabilisiert. Es wird verhindert, dass das Bild verwackelt. Natürlich nur in einem gewissen Ausmaß. Konkret kannst du damit bei einer längeren Belichtungszeit noch Fotos machen, die nicht verwackeln. Ich finde das sehr nützlich, da ich keine Lust habe, ein Stativ mitzunehmen. In der Sportfotografie wird die Kamera mitgeführt und bewegt. Da kann der Bildstabilisator unter Umständen nachteilig sein. Bei vielen Kameras kann man ihn ausschalten.
Bildstabilisatoren können sich in der Kamera oder im Objektiv befinden.
Blende
Jedes Objektiv, wie übrigens auch unser Auge, hat eine Blendenöffnung. Beim Auge heißt diese natürlich Pupille, sie funktioniert aber ähnlich. Die Blendenöffnung wird in 1/x angegeben, beispielsweise 1/2,8 oder 1/11.
Oftmals findest du auch die Bezeichnungen f/2,8 beziehungsweise f/11. Wenn die Blende weiter geöffnet ist, also die Zahl kleiner ist (f2.8), wird der Hintergrund verschwommener dargestellt. Ist die Blende kleiner, ist die Schärfentiefe größer und der Hintergrund ist schärfer dargestellt.
Oder vereinfacht gesagt:
- Kleinere Zahl hinter dem „f” = Hintergrund unscharf
- Größere Zahl hinter dem „f” = Hintergrund schärfer

Brennweite
Die Brennweite bestimmt, in welcher Größe du dein Motiv aufnimmst. Je nach Brennweite kannst du heranzoomen oder einen großen Teil der Landschaft aufnehmen.

Histogramm
Das Histogramm zeigt dir die Belichtungsverteilung an. In Kurven werden die Tiefen, Mitteltöne und Lichter dargestellt. Darüber hinaus werden auch die Bereiche angezeigt, die über- oder unterbelichtet sind. Dieses Thema habe ich in einem Artikel ➥ Das Histogramm in der Fotografie ausführlicher erklärt.
ISO
Die ISO-Zahl gibt die Lichtempfindlichkeit der Kamera an. Sie beginnt meist bei ISO 100 und endet je nach Kamera unterschiedlich. Bei meiner Kamera geht es bis 51.200, ich habe es aber auf 6.400 begrenzt, da das Rauschen sonst zu stark wird. Wenn du den ISO-Regler auf Automatik stellst, verändert sich die ISO-Zahl je nach Belichtungszeit und Lichtverhältnissen. Je höher die Zahl ist, desto eher entsteht ein Rauschen auf dem Foto.
Lichtstärke
Je dunkler es wird, desto mehr Licht muss in die Kamera gelassen werden. Das erreichst du, indem du die Blendenöffnung vergrößerst. Die Lichtstärke wird mit 1/2,8 oder f/2,8 angegeben. Dabei ist die Zahl 2,8 natürlich je nach Lichtstärke unterschiedlich. Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht fällt auf den Kamerasensor. Und je mehr Licht dort landet, desto dunkler kann es draußen sein.
Sensorflecken
Wenn du auf deinen Fotos runde schwarze Kreise siehst, sind das vermutlich Sensorflecken. Sie befinden sich immer an derselben Stelle und sind meist am Himmel zu sehen. Besonders bei kleiner Blende.
Die Ursache dieser Flecken sind Verschmutzungen auf dem Sensor deiner Kamera. Du hast zwei Möglichkeiten:
- Entweder du bearbeitest das Foto und „stempelst” die Sensorflecken weg oder
- du reinigst den Sensor deiner Kamera.
Tiefenschärfe
Wenn du fotografierst, wirst du sehen, dass entweder im Nahbereich oder in der Ferne das Foto unscharf wird. Die Tiefenschärfe bezeichnet dabei den Bereich, der scharf abgebildet wird. Je nach Objektiv und Blende ist das unterschiedlich. Es können ein paar Zentimeter oder auch viele Meter sein.

Tiefenschärfe-Schaubild: Bei der Zeichnung habe ich mir wirklich Mühe gegeben. 😉
Tonwert
Der Tonwert zeigt die unterschiedlichen Stufen der Helligkeits- bzw. Farbwerte an. Diese bewegen sich innerhalb eines vorgegebenen Spektrums, das beispielsweise durch die Farbtiefe in Bit festgelegt wird. Einfacher ausgedrückt sind es die unterschiedlichen Belichtungswerte. Von hell bis dunkel oder schwarz. Im Histogramm kannst du diese Verteilung der Farben und Helligkeiten gut erkennen.
Abhängigkeiten Belichtungszeit, Blende und ISO des Objektivs
Es ist schwierig, sich die Abhängigkeiten dieser drei Dinge zu merken. Wenn man eines ändert, muss man zwei andere Dinge anpassen. Jede Änderung hat eine Auswirkung. Am besten ist es, die unterschiedlichen Motive und Lichtverhältnisse mit der Kamera aufzunehmen. Dabei bekommt man mit der Zeit ein Gefühl für die Veränderungen.
Hier ist ein vereinfachendes Schaubild. Vielleicht hilft das weiter.

Fazit
Wenn du die wichtigsten Begriffe der Fotografie kennst, wird der Umgang mit deiner Kamera deutlich einfacher. Der Autofokus, die Blende, ISO und die Belichtungszeit bestimmen gemeinsam, wie das Foto am Ende aussieht. Wenn du ein bisschen übst, wirst du schnell merken, wie die Einstellungen zusammenarbeiten.